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Das WC ist kein Mülleimer

Gemeinsam für unsere Umwelt

Wenn Sie die Spülung drücken, den Wasserhahn aufdrehen, duschen oder die Waschmaschine benutzen – an all diesen Orten erzeugen Sie Abwasser. Das fließt durch den Abfluss und dann durch die unterirdische Kanalisation zum Klärwerk Hamburg, wo wir es reinigen und umweltgerecht in die Elbe entlassen.

Autor des Inhalts: HAMBUR WASSER. Datum der Veröffentlichung:

Damit wir unsere tägliche Arbeit ohne Probleme erledigen können und gemeinsam unsere Umwelt schützen, können auch Sie etwas tun. Machen Sie Ihr WC nicht zum Mülleimer! Nur Urin, Fäkalien und Klopapier gehören in die Toilette. Gelangt Müll ins Abwasser verstopfen Siele, Pumpen und Anlagen auf dem Klärwerk Hamburg und wir müssen Sie aufwändig herausholen. 

Einige gelöste oder flüssige Stoffe, die über die Toilette oder den Abfluss entsorgt werden, können die Umwelt stark belasten. Am besten ist es also, wenn schädliche Stoffe gar nicht erst im Abwasser landen.

Feuchttücher und Hygieneartikel

Grafik: Pia Osterloh / HW

Feuchttücher verursachen große Schäden. Sie bestehen aus extrem robustem Vlies, das sich kaum zerreißen lässt. In den Sielen verhaken sich die Tücher zu Zöpfen und verstopfen unsere Pumpen bis diese komplett ausfallen. Solche „Verstopfer“ bedeuten schwere Handarbeit. Unsere Fachkräfte müssen die Tücher aus den Anlagen sägen, reißen oder schneiden. Oft müssen Pumpen komplett zerlegt werden.

Aber auch andere Hygieneartikel wie Kosmetiktücher, Wattestäbchen, Kondome, Damenbinden, Tampons und Slipeinlagen dürfen nicht über die Toilette entsorgt werden. Sie verstopfen Ihren Hausanschluss und die Pumpen im Sielnetz. Im Klärwerk müssen sie aufwendig herausgeholt, bevor das Abwasser gereinigt werden kann.

Tipp:

Ein kleiner Mülleimer im Badezimmer eignet sich für die korrekte Entsorgung der täglichen Hygieneartikel.

Speisereste

Grafik: Pia Osterloh / HW

Speisereste, die in der Toilette oder Spüle entsorgt werden, locken Ratten und anderes Ungeziefer bis zu Ihrer Toilette an. Etwa 1.000 Mal pro Monat muss HAMBURG WASSER daher ausrücken, um die Schädlinge zu bekämpfen. Auch Speiseöle oder Fette von Töpfen und Pfannen dürfen nicht in die Spüle gegossen werden. Sobald die Fette in der Kanalisation abkühlen, lagern sie sich ab und haften an den Sielwänden. Speziell ausgebildete Taucher müssen die Siele von den Fettschichten befreien.

Tipp:

Nach dem Kochen oder Braten das Öl mit einem Papiertuch aus der Pfanne wischen und in den Hausmüll geben.

Farben & Chemikalien

Grafik: Pia Osterloh / HW

Farben und Chemikalien müssen fachgerecht entsorgt werden. Keinesfalls dürfen sie ins Abwasser gelangen. Diese Stoffe können zu einer explosiven oder giftigen Atmosphäre im Sielnetz führen. Das gefährdet das Leben unserer Mitarbeiter. Darüber hinaus belasten Farb- und Chemiereste die Umwelt, da sie im geklärten Abwasser enthalten sind.

Tipp:

Farben und Chemikalien, die nicht in den Haus- oder Restmüll gegeben werden dürfen, zur Problemstoffannahme des Recyclinghofs oder zum Fachhandel bringen.

Medikamente

Grafik: Pia Osterloh / HW

Mehr als 40 Prozent der Hamburgerinnen und Hamburger haben alte Medikamente schon einmal über die Toilette oder Spüle entsorgt. Sowohl Pillen als auch flüssige Arznei können auf dem Klärwerk nicht vollständig aus dem Abwasser entfernt werden. Arzneispuren belasten die Gewässer und die dort lebende Tier- und Pflanzenwelt.

Tipp:

In Hamburg werden Medikamente in der Haus- oder Restmülltonne entsorgt.

Was Sie noch für den Gewässerschutz tun können

Bei HAMBURG WASSER liegt uns der Schutz der Umwelt und insbesondere der Gewässer am Herzen. Aber jeder kann etwas tun, um zu Müll, Plastik und andere schädliche Stoffe aus Flüssen Seen, und Meeren fernzuhalten. Denn auch über unser Abwasser gelangen winzig kleine Stoffe wie Süßstoffe und Mikroplastik in die Natur. Mittlerweile gibt es unzählige natürlich abbaubare Produkte auf dem Markt, die wir im Klärwerk Hamburg rausfiltern können oder die gar keine Belastung für die Umwelt darstellen.

Süßstoffe


Süßstoffe sind zumeist in Light-Produkten enthalten und werden als Ersatzmittel für Zucker eingesetzt. Einige dieser Süßstoffe, zum Beispiel Acesulfam-K, Sucralose, Saccarin und Cyclamat, sind biologisch nicht abbaubar und können auch nicht in unseren Klärprozessen im Klärwerk Hamburg abgebaut werden. Sie verbleiben im geklärten Abwasser und belasten die Gewässer.

Tipp:

Natürliche Süßstoffe, zum Beispiel Stevia, eignen sich als Ersatzmittel für nicht abbaubare Süßstoffe.

Foto: Jörg Böthling / HW

Mikroplastik

In einigen Kosmetikprodukten, wie Zahnpasta, Duschgel oder Peeling ist Mikroplastik enthalten. Die Plastikpartikel sind so klein, dass wir sie mit unseren Kläranlagen nicht komplett aus dem Abwasser entfernen können. So gelangt das Plastik in die Umwelt und gefährdet die Tier- und Pflanzenwelt. In Meerestieren wurde bereits Mikroplastik gefunden.

Tipp:

Nutzen Sie Einkaufsratgeber, die Produkte mit Kunststoffgehalt ausweisen und wählen Sie Alternativprodukte.

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