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Abkühlung in der Stadt: Diese Orte helfen bei Hitze

Sommerserie: Cool bleiben!

Wenn das Wetter extremer wird, braucht es kluge Lösungen rund ums Wasser. In dieser Sommer-Serie schauen wir auf unsere kostbare Ressource und darauf, wie Hamburg sich auf den Klimawandel einstellt. Heute: Hamburgs kühle Orte.

Karte für kühle Orte Online-Angebot

Kartenausschnitt der Hamburger Innenstadt mit den Stadtteilen Neustadt, Altstadt, St. Georg, HafenCity, Hammerbrook, Borgfelde, Rotherbaum und Harvestehude. Deutlich sichtbar sind die Binnenalster und die Außenalster sowie zahlreiche Straßen, U- und S-Bahn-Haltestellen und Gewässerflächen. Über die Karte verteilt befinden sich viele blaue Tropfensymbole, die auf verschiedene Standorte oder Meldungen hinweisen. Zusätzlich sind mehrere blaue WC-Symbole eingezeichnet, insbesondere rund um die Alster, die Innenstadt und den Hafenbereich. Die höchste Dichte der Markierungen liegt im zentralen Stadtgebiet zwischen Jungfernstieg, Rathausmarkt, Hauptbahnhof und Landungsbrücken. Die Karte stammt aus einem digitalen Stadtplan und zeigt die Verteilung der Standorte im innerstädtischen Bereich Hamburgs.
Auf der Karte der Stadt sind auch öffentliche Angebote für Trinkwasser eingezeichnet

Wenn die Hitze über der Stadt steht, wird jeder Schattenplatz zum Zufluchtsort. Straßenschluchten flimmern, Fassaden strahlen Wärme ab, Asphalt heizt sich auf. Selbst nachts kühlt es oft kaum noch ab. Wer dann Abkühlung sucht, findet sie dort, wo Wasser, Bäume und Grünflächen das Stadtklima positiv beeinflussen.

Genau dabei soll die Karte der Hamburger „kühlen Orte“ helfen. Das digitale Angebot der Sozialbehörde zeigt Plätze in der Stadt, die auch an heißen Tagen vergleichsweise angenehm bleiben: von großen Parks und Wasserflächen bis hin zu Friedhöfen, Kleingartenanlagen und Wohnstraßen mit Baumbestand.

Warum kühle Orte wichtig sind

Hohe Temperaturen sind weit mehr als ein Komfortproblem. Hitze belastet den Körper, verschlechtert den Schlaf und erhöht das Risiko für Kreislaufprobleme. Besonders gefährdet sind ältere Menschen sowie Menschen mit Vorerkrankungen.

Info

Rekordhitze zu Sommerbeginn

Hitzewelle: Ende Juni erreichte Hamburg-Neuwiedenthal mit 39,4 Grad Celsius den höchsten Juniwert seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im Oder-Spree-Kreis wurden 41,7 Grad gemessen – neuer Deutschlandrekord.

Wie groß diese Belastung sein kann, zeigen Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI). Dafür untersuchen Fachleute den Zusammenhang zwischen Hitzeperioden und erhöhten Sterbezahlen. Für den Sommer 2025 errechnete das RKI etwa rund 2.500 hitzebedingte Todesfälle. Im Sommer 2022 mit langen Hitzeperioden waren es etwa 4.500. Die meisten Betroffenen waren 75 Jahre oder älter.

Abkühlungsmöglichkeiten in der unmittelbaren Umgebung dienen damit nicht nur dem Komfort, sondern können zu einem wichtigen Bestandteil der Gesundheitsvorsorge in Städten werden.

Warum werden Städte besonders heiß?

Dass Hamburg kühle Orte inzwischen gezielt sichtbar macht, hat einen einfachen Grund: Städte erwärmen sich deutlich stärker als ihr Umland. Fachleute sprechen dabei vom sogenannten Hitzeinsel-Effekt.

Asphalt, Beton und parkende Autos speichern die Sonnenenergie und geben die Wärme nur langsam wieder ab. Besonders deutlich wird das an heißen Sommertagen. Straßenbeläge und parkende Fahrzeuge können sich auf Temperaturen von über 50 Grad aufheizen und damit wesentlich wärmer werden als die umgebende Luft.

Dass Hamburg kühle Orte inzwischen gezielt sichtbar macht, hat einen einfachen Grund: Städte erwärmen sich deutlich stärker als ihr Umland. Fachleute sprechen dabei vom sogenannten Hitzeinsel-Effekt. Asphalt, Beton und parkende Autos speichern die Sonnenenergie und geben die Wärme nur langsam wieder ab. Besonders deutlich wird das an heißen Sommertagen. Straßenbeläge und parkende Fahrzeuge können sich auf Temperaturen von über 50 Grad aufheizen und damit wesentlich wärmer werden als die umgebende Luft.
Mehr Grün, weniger Glut: Bäume und helle Oberflächen senken die Temperaturen im Straßenraum spürbar. (Grafik: Pia Bublies/ HW)

Zusätzlich erschweren versiegelte Flächen die natürliche Kühlung. Regenwasser versickert schlechter, Verdunstung bleibt aus und schattenspendende Vegetation fehlt häufig. Das Ergebnis sind aufgeheizte Stadtquartiere, die sich auch nachts nur langsam abkühlen.

Grün und Wasser machen den Unterschied

Um diesem Effekt entgegenzuwirken, kommen Elemente ins Spiel, die viele „kühle Orte“ gemeinsam haben: Bäume, Grünflächen und Wasser.

Sie sorgen durch Schatten und Verdunstung für niedrigere Temperaturen und verbessern das lokale Mikroklima. Je nach Standort können in begrünten Bereichen Temperaturen gemessen werden, die 1 bis 3 Grad Celsius unter denen dicht bebauter Quartiere liegen. Die gefühlte Temperatur kann durch direkte Verschattung lokal sogar noch deutlicher um bis zu 10 Grad Ceslius sinken.

Den Effekt kennt jeder: Ein Weg durch einen Park oder eine baumbestandene Straße kann an heißen Tagen deutlich angenehmer sein als der Aufenthalt auf einem stark versiegelten Platz.

Die Schwammstadt als eine Antwort auf die Hitze

Solche Kühleffekte sollen künftig nicht nur an einzelnen Orten entstehen. Hamburg setzt deshalb auf die Prinzipien der Schwammstadt. Regenwasser soll möglichst dort zurückhalten, wo es fällt, statt es schnell abzuleiten. 

Symbolgrafik einer Schwammstadt mit Gründächern, Versickerungsflächen, Rückhaltebecken etc.
Die Schwammstadtprinzipien in einer Grafik (Grafik: Tobias Wanders / HW)

Die Karte der „kühlen Orte“ zeigt dabei auch, wo noch Potenzial gehoben werden kann. Die größere Aufgabe liegt darin, die Schwammstadt flächendeckend umzusetzen. Das bedeutet vor allem: mehr Grün, mehr Wasser, weniger Versiegelung. Dächer und Fassaden können bepflanzt, Parkplätze entsiegelt und Straßenräume neu gedacht werden. 

Die Prinzipien helfen dabei gleich doppelt: Sie machen Hamburg widerstandsfähiger gegen Starkregen und tragen als natürliche Klimaanlage gleichzeitig dazu bei, die Folgen zunehmender Hitze abzumildern.

So können Hamburgerinnen und Hamburger mithelfen

Neben öffentlichen Projekten wie dem Umbau von Straßen, Schulhöfen oder Großprojekten in Quartieren wie der Jenfelder Au gibt es auch zahlreiche Möglichkeiten auf privaten Grundstücken.

Begrünte Dächer und Fassaden, entsiegelte Auffahrten, neue Bäume oder bepflanzte Balkone verbessern nicht nur das Wohnumfeld. Sie leisten auch einen Beitrag zu einem kühleren Stadtklima. Für einige Umbauarbeiten winken daher auch Förderungen der Stadt, etwa für Gründächer oder Entsiegelungsprojekte.

 

Häufige Fragen zur Hitze in Hamburg

Als Hitzewellen bezeichnet man gemeinhin Phasen, in denen die Temperatur über mehrere Tage extrem von der erwarteten Durchschnittstemperatur abweicht. Eine einheitliche Definition besteht allerdings nicht.

Hitzewellen entstehen meist durch stabile Hochdruckgebiete, die über mehrere Tage oder sogar Wochen nahezu ortsfest bleiben. Verantwortlich ist in den meisten Fällen eine sogenannte Omegalage, bei dem das Hochdruckgebiet im Osten und Westen von Tiefdruckgebieten eingeschlossen ist. Das stabile Hochdruckgebiet sorgt damit für wolkenarmes Wetter, viel Sonneneinstrahlung und verhindern den Austausch mit kühlerer Luft. Dadurch erwärmen sich Boden und Luft zunehmend

Die gemessene Temperatur gibt die tatsächliche Lufttemperatur an. Die gefühlte Temperatur berücksichtigt zusätzlich Faktoren wie Sonneneinstrahlung, Wind und Luftfeuchtigkeit. An einem schattigen Ort kann sich dieselbe Lufttemperatur deshalb deutlich angenehmer anfühlen.

 

Bäume, Grünflächen und Wasserflächen können ihre Umgebung messbar abkühlen. Je nach Standort liegen die Temperaturen häufig 1 bis 3 °C unter denen dicht bebauter Bereiche. Die gefühlte Temperatur kann durch Schatten und Verdunstung sogar noch stärker sinken, unter Stadtbäumen etwa lokal bis zu 10 °C.

Ja. Mit dem Klimawandel nehmen Häufigkeit, Dauer und Intensität von Hitzeperioden zu. Heiße Tage und tropische Nächte treten in Hamburg bereits häufiger auf als noch vor wenigen Jahrzehnten. Daten dazu können im Klimainformationssystem der Stadt abgerufen werden.

Der bisher höchste offiziell gemessene Wert in Hamburg lag bei 40,1 °C. Er wurde am 20. Juli 2022 an der DWD-Wetterstation Hamburg-Neuwiedenthal registriert.

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